Internationale Beziehungen und Fremdsprachen: Der Rouen-Austausch

Rouen, Jeanne d´Arc et le Camembert...Et bien sûr le Cidre, le Calvados. Madame Bovary, la Cathédrale, Monet, la Seine etc.
Seit Beginn des Schüleraustauschs mit dem Collège Emile Zola in Rouen (1998), genauer gesagt in Sotteville-lès-Rouen, einem Vorort, wissen wir natürlich vieles über die bewegte Geschichte und Kultur der Stadt, wir kennen ihre großen Persönlichkeiten. die Dichter und Künstler, wir haben ebenso die wunderschöne Landschaft der Normandie, z.B. die Steilküste mit ihren imposanten Kreidefelsen entdecken können. Und was wäre Frankreich ohne die kulinarischen Köstlichkeiten einer jeden Region? Ein frisches Baguette vom Bäcker um die Ecke, dazu einen vorzüglichen Camembert und an heißen Sommertagen statt des üblichen vin rouge ein Glas kalten Cidre, natürlich nicht aus dem supermarché, sondern direkt vom Land. Leben wie Gott in Frankreich!

Aber was wären die kulturellen und touristischen Aktivitäten ohne das "Herz" des Schüleraustausches, nämlich 10 bis 14 Tage Leben in der französischen Gastfamilie und der Einblick in den ganz normalen Schulalltag am Collège? Und wie funktioniert dieses Mischen und kennen lernen? Wie entsteht ein guter Kontakt?
Zunächst bemühen wir Lehrer uns, Partner mit ähnlichen Interessen zu Paaren zusammenzustellen, so dass die französischen und deutschen SchülerInnen über ihre Hobbys und Interessen ins Gespräch kommen. Manchmal klappt das ausgezeichnet, manchmal ist es nicht ganz perfekt. In erster Linie hängt das persönliche Gelingen des Austausches von der Offenheit und Toleranz eines jeden einzelnen ab. Obwohl in Europa immer mehr Jugendliche über die Grenzen hinweg mobil werden, fällt es unseren Mittelstufen-SchülerInnen oft noch schwer, das gewohnte Umfeld wirklich für eine Weile zu verlassen und sich auf andere Lebensformen einzustellen. Deshalb besteht die inhaltliche Vorbereitung des Austausches u. a. darin, unsere SchülerInnen über die Andersartigkeit des Schul- und Familienlebens zu informieren. Wenn sie bereit sind, neue Eindrücke und kulturelle Unterschiede mit allen Sinnen wahrzunehmen, sich anderen Lebensformen anzupassen, wird der Austausch zu einem besonderen Erlebnis. (H. Kiehl)