Schwerpunkte unserer Arbeit

Das Fach Natur, szenisches Lernen, selbstständiges und kooperatives Lernen und soziales Lernen stehen am EWG im Mittelpunkt.

Das Fach Natur

In Klasse 5 werden die Fächer Biologie und Arbeit und Technik, in Klasse 6 die Fächer Biologie und Erdkunde zu einem eigenen Fach unter dem Namen Natur zusammengefasst. Jeweils zwei Kollegen unterrichten im Team vier Stunden. Der Unterricht wird so weit wie möglich durch Eigentätigkeit der Schüler bestimmt. Das "Lernen mit allen Sinnen", das Heranführen an die Arbeitsweisen der Naturwissenschaften durch entdeckendes und nachforschendes Lernen sowie die Verbindung von Erleben und Verstehen spielen eine zentrale Rolle. Materialgeleitete, offene Unterrichtsformen (z.B. das Stationenlernen) sollen selbsttätiges, eigenverantwortliches Denken und Handeln einüben.

Szenisches Lernen

wird nicht als selbstständiges Fach, sondern als Unterrichtsprinzip eingeführt. Angeknüpft wird an die spontane Spielfreude der Schüler, aus der ganzheitliche, handlungsorientierte Lernformen insbesondere in den sprachlich-künstlerisch orientierten Fächern entwickelt werden. Trainingsformen sind u.a. Phantasiereisen, Konzentrationsübungen, Elemente des autogenen Trainings, Rollen- und Interaktionsspiele, mit denen - in Verbindung mit anderen Zugangsformen und Erschließungsmethoden - Situationen, Probleme und Texte erfasst und gestaltet werden. Sinnlich-spielerische, kreative, emotionale und kognitive Elemente bilden Bestandteile eines Erfahrungslernens im fiktiven Raum, in dem Haltungen und Einstellungen thematisiert, Rollenvielfalt ausprobiert, Empathie und soziales Verhalten gelernt werden.

Selbstständiges und kooperatives Lernen

Seit vielen Jahren sind Projektarbeit und Freiarbeit wesentliche Bestandteile der Erziehung am EWG. Auf jeder Klassenstufe werden mehrere Projekte von in der Regel einer Woche Dauer durchgeführt, in denen je nach Thema Lehrer verschiedener Fächer beteiligt sind, so dass dabei fächerübergreifendes und selbstständiges Lernen praktiziert wird. In der Freiarbeit lernen die Kinder, sich möglichst eigenständig Wissen anzueignen, indem sie für sich allein oder in Zusammenarbeit mit anderen ihr Lernen selbst organisieren und dabei Lerntempo und vielfach auch Lerninhalte selbst bestimmen können. Unsere Arbeit mit den 'kooperativen' Lernformen und den 'komplexen und bedeutungsvollen' Aufgaben hat - in Anknüpfung und Weiterentwicklung dieser Formen des geöffneten Unterrichts - in den vergangenen zwei Jahren große Bedeutung bekommen und in der täglichen Unterrichtspraxis bereits spürbare Wirkungen gezeigt.

Soziales Lernen

In den Klassen 5 und 6 findet jede Woche eine Klassenratsstunde statt, die im Stundenplan für beide Klassenlehrer fest verankert ist. Die Teamarbeit der beiden KlassenlehrerInnen hat sich als sehr wichtig erwiesen, um den Übergang von der Grundschule zum Gymnasium intensiv zu begleiten und die grundlegenden Arbeits– und Sozialformen in der neuen Schule zu etablieren. Feste Klassenratsstunden sind uns aber ebenso in den Klassen 7–10 für den sozialen Zusammenhalt unverzichtbar. Soziales Lernen findet natürlich nicht nur in den Klassenratsstunden statt, sondern begleitet uns täglich. Uns ist wichtig, unsere Schülerinnen und Schüler stark und selbstbewusst zu machen, sie im Prozess der Identitätssuche zu unterstützen und zugleich ihre Fähigkeit zur Toleranz und Rücksichtnahme, zur Empathie gegenüber anderen zu stärken. In diesem Sinne ist Schule geradezu ein eminent wichtiges Lernfeld für die Herausbildung von Kooperationsfähigkeiten auf allen Ebenen und sie bietet eine spezifische Leistung, wenn dieses Zusammenspiel zwischen Individuum und Gruppe gelingt. Es ist im Übrigen sehr schön zu erleben, wieviel Engagement und Kreativität unsere Schülerinnen und Schüler in diesen Teil des schulischen Zusammenlebens einbringen. Sie lassen ihre Lehrer damit keinesfalls allein im Regen stehen, denn sie interessieren sich meist sehr für ihre Mitschüler und für die soziale Gruppe - im engagierten Streit wie in Harmonie und Konsens.